Die aktuellen neurobiologischen Erkenntnisse stützen eine konstruktivistische Lerntheorie. Lernen wird verstanden als ein vom Gehirn gesteuerter Selbstgestaltungsprozess. In diesem bildet das Gehirn Hypothesen und verifiziert bzw. verwirft sie auf Grund der Wahrnehmung. Zu den gewichtigsten Wahrnehmungen gehören soziale Signale. W. Jundt
Die Mathebasis orientiert sich an diesem Verständnis von Lernen. W. Jundt hat aus seiner Definition von Lernen folgende Postulate für den Unterricht abgeleitet:
1. Die Beschäftigung mit dem Lerninhalt ermöglicht gute soziale Erfahrungen. Schülerinnen und Schüler können sich gegenseitig in der Auseinandersetzung mit der Sache herausfordern, unterstützen und bestärken, indem sie individuelle Vorstellungen und Erkenntnisse austauschen und gemeinsam nach Lösungen und Formulierungen suchen. Die Lehrperson bemüht sich, das Denken und Handeln der Lernenden zu verstehen.
2. Die Lerninhalte sind vielseitig, gehaltvoll und wirklichkeitsnah, damit möglichst alle Lernenden mit ihrem Vorwissen, ihren Lernvoraussetzungen, ihren Lernstrategien und ihren Interessen subjektiv sinnvolle Zugänge finden. Der oft geforderte «Realitätsbezug» kann aus dem ausserschulischen «Alltag» oder aus der aktuellen räumlichen und materiellen Unterrichtssituation gewonnen werden.
3. Unterrichtende berücksichtigen die Heterogenität in der Klasse. Sie unterstützen nach Möglichkeit individuelle Lernwege. Ein breites Aufgaben- und Anforderungsspektrum, auch mit offenen Problemstellungen und einer entsprechenden Varietät an Ergebnissen, löst eine natürliche Differenzierung aus.
4. Der Unterricht fordert zum Lernen heraus. Dazu gehören Möglichkeiten, Hypothesen zu bilden und zu überprüfen. Dabei werden bestehende Konzepte modifiziert und neue gebildet. Im Unterricht wird immer wieder aktiv-entdeckendes Lernen ermöglicht.
5. Zum Unterricht gehören das Nachdenken über das eigene Vorgehen, das Vergleichen von Lösungsansätzen und Lösungswegen sowie ganz allgemein die Reflexion, was gelernt wird, wozu gelernt wird und wie gelernt wird.
6. Lernende können erfahren, dass sie für ihr Lernen selbst verantwortlich sind. Die Lernanlage bietet immer wieder Situationen, in denen Lernende Entscheide fällen müssen.
Die Mathebasis bietet die Inhalte und die Struktur, um im Basisstufenunterricht den Kindern solchen Unterricht im mathematischen Lernen zu ermöglichen.
Die Ausführungen von W. Jundt und die Grafik sind dem profi-L (Ausgabe 1, Oktober 2004) des Schulverlags blmv entnommen. |